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Wappensammlungen

Die Suche nach Wappen in Bibliotheken und Archiven

Die Meinung daß jedes alte Wappen "irgendwo verzeichnet ist“ ist ein Irrtum. In nicht wenigen Fällen sind Wappen nur durch deren Nutzung und Anwendung erhalten geblieben.


Zahlreiche Wappen sind aber in einschlägigen Sammlungen und Wappenbüchern festgehalten, von denen viele in grösseren Bibliotheken und heute nicht wenige online einsehbar sind. Die fortschreitende Digitalisierung der Bestände von Staats- und Landesarchiven macht auch immer mehr heraldische Raritäten zugänglich.


Eine für den deutschsprachigen Raum sehr bedeutende Sammlung unter der Bezeichnung „Siebmacher“ hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert (alter Siebmacher) und bietet z.B. in den Reihen der Bände „Grosses und allgemeines Wappenbuch / Bürgerliches Wappenbuch“ (ab 1857, Ad. M. Hildebrandt / Gustav Adalbert Seyler / Dr. Otto Titan von Hefner, Bauer & Raspe, Nürnberg) Abbildungen und Informationen zu vielen Tausenden von Wappen. In späterer Auflage bzw. einem Nachdruck wurde das Werk in einer Buchreihe mit dem Titel „Die Wappen bürgerlicher Geschlechter Deutschlands und der Schweiz“ zusammengefasst. Neben diesen findet man unter der Überbezeichnung „Siebmacher“ mehr als 100 Bände mit Publikationen regionaler Ausrichtung.

(z.B. „Die Wappen des böhmischen Adels“, „Der Adel in Kärnten Krain und Dalmatien“, „Die Wappen des bayrischen Adels“, „Der Adel von Siebenbürgen“, „Die Wappen des hessischen und thüringischen Adels, „Die Wappen des preußischen Adels“, „Hamburgische Wappenrolle“ „Berufswappen“, „Der Adel von Galizien, Lodomerien und der Bukowina“,„Die Siegel der deutschen Universitäten“, „Die Wappen des schlesischen Adels“, Württembergisches Adels und Wappenbuch“ etc.) Der von Dr. Hans Jäger-Sunstenau erarbeitete, im Jahr 1964 erschienene „Generalindex“ zu den Siebmacherschen Wappenbüchern (Akademische Druck&Verlagsanstalt Graz/Austria) bietet ein Namensverzeichnis mit Quellenhinweisen zu ca. 130.000 Wappen.


Ein weiteres Beispiel für ein umfangreiches Wappenwerk stellen die Bände „Armorial General“ (ab 1883) von Johann B. Rietstap dar, welche alphabetisch geordnet nach Familiennamen 116.000 Blasonierungen (Beschreibungen) von Wappen wiedergeben und geografisch im Schwerpunkt den Raum Mittel- und Westeuropa betreffen; Abbildungen zu diesen findet man in „V. Rolland´s Illustrations to the Armorial General by J.B. Rietstap“ und dem „Supplement“ zu Rietstap mit Zeichnungen von über 100.000 Wappenschildern. Eine Empfehlung für die Suche nach heraldischer und genealogischer Literatur ist der Verlag Degener (Fachverlag mit rund 2000 Titel), ebenso der seit über 150 Jahren bestehende C.A. Starke Verlag.


Zu den großen Sammlungen zählt die „Wappenbilderkartei“ des Vereins „Herold“ in Berlin, welche über 150.000 Nachweise umfasst. Als wissenschaftlicher Verein bietet der Herold Beratung in heraldischen und genealogischen Fragen, gleichzeitig wird die "deutsche Wappenrolle" geführt. In diese werden auf Antrag neu gestiftete und überlieferte Wappen nach fachlicher Überprüfung kostenpflichtig eingetragen und veröffentlicht. Erwähnenswert ist auch die Wappensammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, die Sammlung des 1951 verstorbenen schwäbischen Heraldikers Eduard Zimmermann die sich im Stadtarchiv Augsburg befindet, oder z.B. die Wappenkartei Konrad Fischnalers in der Bibliothek des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, welche regional vor allem für den Großraum Tirol von Interesse ist.


Der Zugriff auf Sammlungen die in Druckform nur wenig oder keine Verbreitung gefunden haben ist eine besondere Aufgabe, die persönliche Besuche in regionalen Archiven erfordern.